Vegetarisch – Vegan

Hallo zusammen,

je mehr ich lese und mich mit der Thematik vegetarisch/vegan auseinandersetze, um so mehr kommt es mir vor, als wäre ich zu einer Reise aufgebrochen, deren Ziel ich nicht kenne. Besonders erschreckend ist, dass mir vieles davon schon lange bekannt war und ich hab es beim Essen trotzdem ignoriert.

Heute las ich zum Beispiel das Kapitel über die Milch im Buch „Anständig essen“ und mir war das alles bekannt. Gut ich komme vom Land und für mich war es in der Kindheit tatsächlich normal, zum Nachbarn in den Stall zu gehen (Anbindestall natürlich) und dort die Kälbchen in der einen Ecke oder draussen im Iglu vorzufinden und die Kühe angebunden am Futtertisch. Die zwei Schweine hatte eine Box in die aufgrund der Lage nur Abends etwas Sonne rein kam und im Sommer, sobald die Kühe auf der Weide waren, waren die Kälbchen am Futtertisch angebunden und deren Platz im Stall wurde von Hühnern übernommen, die am Ende des Sommers unter tatkräftiger Hilfe von uns Kindern geschlachtet wurden.

Ich dachte immer, mir wäre bewusst, dass mein Steak mal ein atmendes Wesen war und natürlich hab ich es gewusst, aber sobald ich das Steak in die Pfanne gehaut hab, hab ich das ausgeblendet.

Was mir tatsächlich nie richtig bewusst war, war dass man der Kuh das Kalb wirklich einfach wegnimmt und in eine Ecke stellt, um es nach ein paar Monaten zu verkaufen und zu schlachten.

Ich bin mit jedem Wort das ich lese mehr und mehr geschockt und fühle mich gerade wie in einem Ruderboot ohne Ruder. Warum? Weil ich ein schlechtes Gewissen hab und gleichzeitig weiß, dass ich nicht sofort mein ganzes Leben von Null auf Hundert auf die andere Seite krempeln kann. Ich steh vor der Milchtüte und fühle mich schlecht und hol mir trotzdem ein Eis.

Reicht es sein Leben nach und nach zu ändern oder hilft wirklich nur der radikale Schnitt?

Ich weiß es nicht und das hilft mir gerade so gar nicht weiter.

lg
Maria

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8 Kommentare zu “Vegetarisch – Vegan

  1. schneckspeck sagt:

    Willst du wirklich Vegan leben? Direkt die volle Distanz gehen?!

    • munterrunter sagt:

      Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, ohne Käse zu leben, aber vor ein paar Monaten dachte ich auch noch ohne Fleisch nicht leben zu können. Und plötzlich wird mir neben der Fleischtheke schlecht von dem Geruch. Vielleicht versuch ich erst mal meinen Milchkonsum einzuschränken und probier einfach mal Alternativen aus. Dann werd ich schon sehen, was daraus wird.

      • schneckspeck sagt:

        Mir gehts da wie dir……käse und milchprodukte wie joghurt, sahne und schmand mag ich auch einfach zu gerne….und weitergehend wäre es ja auch das leder…..ich schau mal wie weit ich ohne fleisch komme, wann es mich innerlich zernagt das ich bock drauf bekomme. 🙂

  2. Einfach ausprobiern! Ist nämich eigentlich gar nicht sooo schwer! Und selbst ein bißchen vegan ist doch schon mal ein Schritt 🙂

  3. ohwieyummi sagt:

    Ich konnte mir das früher auch überhaupt nicht vorstellen, bin aber dann für 30 Tage von Komplett-Omni (SEHR gerne Fleisch und Käse gegessen) auf Komplett-Vegan gegangen. Psychologisch war das auch wirklich machbar, weil 30 Tage eine überschaubare Zeit sind. Mir hat dabei das Buch „Vegan for fit“ von Atilla Hildmann sehr geholfen, da geht es eben genau um eine 30-Tage-Challenge. Die Rezepte darin sind super lecker und gerade wenn man gerne Joghurt, Sahne und Überbackenes isst, findet man da viele Alternativen (Sojajoghurt schmeckt total gut, hätte ich nicht gedacht! Da muss man sich mal durch die verschiedenen Hersteller probieren, mir schmeckt die eine Marke besser, meinem Freund die andere). Sahne kann man super durch Mandelmus ersetzen. Und selbst das Überbackene kriegt man damit ganz gut hin. Milch brauche ich inzwischen gar nicht mehr, da gibt es Sojamilch, Hafermilch, Reismilch, Dinkelmilch und leeeeeecker Mandelmilch. Man muss ja auch nicht gleich ganz vegan werden (ich bleibe so zu 80% vegan), aber jedes bewusstere Umgehen mit tierischen Produkten ist doch schon ein Schritt in die richtige Richtung. Nur Mut, es macht sogar nach den ersten Anlaufschwierigkeiten richtig Spaß 🙂

  4. […] Dank für die lieben Kommentare zu meinem letzten Beitrag “Vegetarisch – Vegan”. Das hat mir noch mal geholfen, mir über einiges klar zu werden und wie Caro so schön schrieb: […]

  5. Kia sagt:

    Wie machst du das denn nun? Lebst du vegan?

    • munterrunter sagt:

      Nein, ich lebe vegetarisch. Wobei ich seit der Umstellung keine Milch mehr trinke und auf Sojajoghurt umgestiegen bin. Hab mir inzwischen auch Eiersatz geholt und ein Großteil der Mahlzeiten ist unabsichtlich vegan, aber ich würde mich selber als Vegetarier bezeichnen. Ich denke trotzdem, dass jedes nicht gekaufte Milchprodukt, Ei etc. schon ein großer Schritt in die richtige Richtung ist.

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