Wie es dazu kam

Hallo zusammen,

ich habe ja schon geschrieben, dass ich schon seit längerem versuche abzunehmen, jetzt möchte ich aufschreiben, wie es überhaupt dazu kam.

Kindheit

Ich war kein dickes Kind, ich war nicht mal moppelig. Wenn ich Fotos von früher anschaue, stelle ich fest, ich sah vollkommen normal aus. Ich war viel draußen und mit anderne Kindern unterwegs. Wir waren immer irgendwie in Bewegung, ob beim Verstecken spielen, beim Federball, mit den Rädern im Dorf unterwegs oder beim Schwimmen. Die Tage in den Sommerferien konnten nicht lange genug sein für unsere Erkundungstouren. Sogar bei schlechtem Wetter im Haus haben wir immer wieder Aktivitäten gefunden, bei denen man in Bewegung war.
Meine Schwester und ich waren auch immer mit im Holz dabei, sind durch den Wald gelaufen und hatte eine Menge Spaß.

Teenageralter

So auf dem Weg zum Teenager kamen dann die ersten Gedanken auf. „Du bist zu dick“ – „schau mal wie dein Bauch sich rollt“. Fakt war aber, ich war immer noch dünn nur einfach nicht trainiert, also eher einen schlaffe Dünnheit und ich hatte schon immer ein Hohlkreuz, dadurch hatte ich aber das Gefühl, ich wäre dick.
Ich fühlte mich nicht wohl und begann meinen Frust heimlich mit Essen zu kompensieren. Bevorzugt Chips. Ehrlich gesagt habe ich in meinem Leben schon so viel an Chips verdrückt, dass hätte wahrscheinlich für 10 Personen gereicht.
Das war dann wohl der Anfang vom Ende. Jedoch war ich immer noch viel unterwegs und bin  zu dem Zeitpunkt noch gewachsen, so dass es hier noch keine wirklich sichtbaren Auswirkungen hatte.

Arbeitsbeginn

Ab hier sah man dann auch, dass ich zu viel aß. Ich begann im Büro zu arbeiten und ich lieben diesen Job noch immer, aber plötzlich saß ich zwei Stunden täglich im Zug und arbeitete 8 Stunden + 1 Stunde Mittagspause. Ich saß also 11 Stunden, wo ich vorher nur 6 Stunden saß. Abends war ich müde von der Arbeit und bewegte mich einfach nicht mehr. Dazu kam dann das Kantinenessen in der Mittagspause und Abends dann noch mal das gekochte von Mama.

Von einem aktiven Kind war ich plötzlich zu einer sich nicht mehr bewegenden Jugendlichen geworden, die viel zu viel aß.

Die letzten Jahre

In den letzten Jahren wurde es dann immer extremer. Ich begann meine erste Diät bei 65 kg. Machte Sport und belohnte mich danach mit Essen. Die zweite Diät dann mit 68 kg, die dritte mit knapp 70. Dann hab ich den Gang auf die Waage gemieden.
In der Arbeit kam immer mehr Stress auf und anstatt meinen Arsch hoch zu bekommen, hab ich mich nur weiter eingerollt. Ich wurde depressiv und bekam gar nichts mehr auf die Reihe. Ich ließ mich nicht mehr fotografieren und verdrängte die Tatsache, dass ich ständig neue Klamotten brauchte.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich will die Schuld für die ganze Misere nicht auf andere abschieben. Schuld daran hab nur ich allein. Ich hätte früher die Notbremse ziehen sollen und hätte mir Hilfe suchen sollen.

Der Höhepunkt der ganzen Misere kam dann am Anfang des letzten Jahres. Ich konnte nicht mehr und sah keinen Sinn mehr in irgendwas. Für mich wahr der einzig logische Weg mich umzubringen und genau das wollte ich tun.

Und da hat es dann bei mir Klick gemacht. Plötzlich hab ich mein Leben und mich betrachten können, als wäre ich eine andere Person und was ich sah, war eine verängstigte, verbitterte von Selbstzweifeln geplagte junge Frau.

So wollte ich nicht mehr sein und darum begann ich etwas zu ändern. Ich hörte auf Chips zu essen. Was jahrelang nicht geklappt hatte, funktionierte plötzlich und inzwischen kann man mir eine Schale Chips hinstellen und ich greife nicht hinein.

Was aber wohl die wichtigste Veränderung war, ich zog aus. Ich wollte mein eigenes Leben, wollte eigene Entscheidungen treffen können und für mich selbst verantwortlich sein.
Die beste Entscheidung meines ganzen Lebens.

Jetzt, 4 Monate nach meinem Auszug, habe ich wieder Freude am Leben. Ich gehe auch mal einfach so spazieren. Ich fahre wieder mit dem Rad durch die Gegend und ich habe mir eine Karte fürs Schwimmbad gekauft. Alles kleine Umstellungen, die mich immer selbstsicherer werden lassen. Früher hätte ich noch tausend Gründe gefunden, warum ich nicht in ein Fitnessstudio gehen kann. Letzten Freitag habe ich gar nicht lange darüber nachgedacht, ich bin einfach hin und habe mich angemeldet.

Jetzt bin ich bereit für den Abnehmkampf und ich will dabei so viel Spaß wie möglich haben. Ich will mich nicht mehr verstecken und vor lauter Angst und Selbstzweifel mein Leben verpassen.

Ich will wieder ich sein und das ist mein größtes Ziel.

Maria

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